Imaginative Körper-Psychotherapie (IKP)

Theoretische Grundlagen

  • komplexes psychotherapeutisches Verfahren für die Arbeit mit schwer somatisch Erkrankten
  • Spezielle Katathym-Imaginative Psychotherapie (KIP)
  • Interpretation von Spontanzeichnungen nach Gregg M. Furth

 

Ziele

  • Erlernen einer intensiven und differenzierten Körperwahrnehmung durch das Beherrschen eines körperbezogenen Entspannungsverfahrens
  • Steigerung der Therapiemotivation des Patienten durch Verbesserung des eigenen Krankheitverstehens
  • eigenständige und aktive Beiträge zur Genesung bzw. Krankheitsbesserung

 

 Mittel

  • einzeltherapeutische Sitzungen mit körperbezogenen Imaginationen
  • Malen imaginierter Körperwahrnehmungen ("Orte innerer Ruhe und Geborgenheit", "innere Ratgeber") durch den Patienten unter therapeutischer Begleitung
  • Symbolisierungen mit Bezug zu Konflikten und Traumata etc., die über die reine Körperwahrnehmung hinausgehen, werden gefördert
  • Mehrfache tägliche Patientenübungen zwischen jeweils 0,5 bis 1,5 Stunden auf der Basis des in den Therapiestunden Erarbeiteten

 

Einsatz

  • Einsatz bei Patienten mit schweren somatischen Erkrankungen wie z. B. malignen Erkrankungen, Multipler Sklerose und Autoimmunkrankheiten
  • Wer IKP macht, muss mitarbeiten wollen. Jeden Tag.
    In tiefenentspanntem Zustand begeben sich die Patienten auf eine Gedankenreise, die sie die kranken Prozesse in ihren Körpern wahrnehmen lassen. Dann versuchen sie das, was sie wahrnehmen, in Bilder zu übertragen und entsprechend der biologischen und körperlichen Abläufe, die eine Krankheit heilen könnten, weiterzuverfolgen. Das klingt kompliziert.
  • Um es besser zu verstehen, geben einige Patienten und Patientinnen Einblick in die Arbeit. Im lichtdurchfluteten Therapieraum in Loeschs Praxis in Potsdam erzählt etwa ein Vierundvierzigjähriger seine Geschichte: Vor drei Jahren ist er an einem aggressiven Gehirntumor erkrankt, der nicht vollständig entfernt werden konnte. Eigentlich ein Todesurteil, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor weiter wächst, ist sehr hoch. In den letzten drei Jahren jedoch ist das nicht eingetreten. Der durchtrainierte Mann geht davon aus, dass dies auf die Imaginative Körperpsychotherapie zurückzuführen ist. Der Patient versetzt sich täglich in einen tiefenentspannten, achtsamkeitsbasierten Zustand und imaginiert seine Heilung. In seinen inneren Bildern sieht er Piranha-Schwärme, die - ähnlich wie die im Körper für das Immunsystem wichtigen Makrophagen und Helferzellen - eine komplexe Schulung durchmachen, damit sie mit List auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden, um die Attacke auf die Tumorzellen leisten zu können. In der Milz werden die Zähne der Piranhas geschärft, in der Thymusdrüse werden sie medizinisch geschult - all diese Szenarien stellt sich der Mann in tiefenentspanntem Zustand vor.
  • Piranhas, so die erste Reaktion der Journalisten (Quelle), die die Gruppenkonsultation beobachten, seien doch aggressiv. Der Arzt indes stellt klar, wer hier eine Gefahr ist: die Tumorzellen nämlich in ihrer ungebremsten Vermehrung. Die müssen radikal eliminiert werden. Auch in der Vorstellung.
  • Medizinisches Wissen ist eine Voraussetzung für die Imaginative Körperpsychotherapie. Jeder trage Krebszellen in sich, sagt Loesch. Ein funktionierendes Immunsystem schaltet sie aus. Was aber genau passiert, wenn eine Krebszelle anfängt, sich zu teilen, und nicht mehr daran gehindert wird, das müssen die PatientInnen wissen, um die Gegenmodelle in ihrer Imagination richtig steuern zu können.

 

 

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